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01.01.2009 - Enthaarung mit Zuckerpaste selbst gemacht!
| Thema: Studio-Neuheiten | Autor: Karin Dietrichsbruckner
Haarentfernung ist in der heutigen Zeit ein großes Thema bei Männern und Frauen.
Die angepriesenen dauerhaften Methoden sind oft nur begrenzt wirksam und sehr zeit- und kostenintensiv. Aus diesem Grund bekämpfen viele häufig Tag für Tag unerwünschtem Haarwuchs mit Rasierern, Epilierern oder Enthaarungscremen. Alternativ dazu ist in Kosmetikstudios ist die Haarentfernung mit Warmwachs weit verbreitet.
Daneben gibt es auch noch die Möglichkeit der Haarentfernung mit Zuckerpaste. Diese wird vor allem im orientalischen Raum sehr häufig und erfolgreich praktiziert. Die Anwendung ist auch für Laien zu Hause wenig kompliziert und hat viele Vorteile:
- Zuckerpaste klebt nur an den Haaren, nicht auf der Haut. Aus diesem Grund ist das Enthaaren weit weniger schmerzhaft.
- Zuckerpaste ist ein wasserlösliches Naturprodukt. Reste lassen sich nach der Enthaarung problemlos abwaschen, es verbleibt nichts in den Poren. Aus diesem Grund kommt es weniger zu Problemen mit eingewachsenen Haaren.
- Die Haarentfernung wird im Gegensatz zu Wachs mit der Wuchsrichtung der Haare durchgeführt. Dies führt zu weniger abgebrochenen Haaren. Das Ergebnis hält dadurch länger an und nachwachsende Haare sind fein und weich.
Zuckerpaste erhalten Sie in türkischen Läden, aber auch die Herstellung in der eigenen Küche ist problemlos und kostengünstig möglich.
Rezept und Herstellung
200 g Zucker werden mit 100 ml Zitronensaft aus der Flasche in einer beschichteten Pfanne vermischt und unter sanftem Rühren leicht köchelnd ca. 15 Min. zum karamellisieren gebracht (bei meinem Elektroherd mit 9 Hitzestufen koche ich auf Stufe 4).
Nachdem die Masse eine honigfarbene Farbe angenommen hat und etwas zäher geworden ist, wird zur Probe ein kleine Menge davon in ein Glas mit kaltem Wasser geworfen (Achtung: die Masse ist in diesem Moment extrem heiß).
Die erkaltete Masse aus dem Wasserglas muss die Konsistenz von Baumharz haben, also gerade noch geschmeidig sein. Wenn sie zu weich ist und sich evtl. gleich im Wasser auflöst muss weitergekocht werden, sollte sie hart und brüchig sein, kann mit einem kleinen Spritzer Zitronensaft korrigiert werden. (Ich rühre meist zum Schluss noch einmal 5 ml davon in die fertige, leicht abgekühlte Paste.)
Die fertige Masse muss bei Körpertemperatur zäh wie Harz sein. Da die Körpertemperatur an verschiedenen Körperstellen und auch nach Jahreszeit variiert, muss die Paste entsprechend weicher oder härter gekocht werden. Sie soll beim Auftragen gut an der Haut haften, sich aber leicht wieder abziehen lassen und nicht kleben.
Das Auftragen muss ganz langsam gegen die Wuchsrichtung der Haare erfolgen, das Abziehen ruckartig in Wuchsrichtung. Zum Testen tragen sie z. B. eine ca. haselnussgroße Menge auf Ihren Unterarm auf und ziehen ab.
Sobald die Zuckerpaste perfekt und etwas abgekühlt ist kann sie in ein trockenes Honigglas oder einen stabilen Plastikbecher abgefüllt werden. Sie reicht jetzt für mehrere Enthaarungen. Dazu muss sie dann immer wieder auf Körpertemperatur angewärmt werden. Dafür eignet sich ein Wasserbad oder man stellt das Gefäß einfach auf die Heizung oder in die Sonne.
Das Reinigen der Pfanne erleichtert kurzes Aufkochen von etwas Wasser.
Technik
Das Zuckern ist leicht zu erlernen, erfordert aber evtl. etwas Übung. Am Besten versuchen Sie sich zu Beginn an Ihrem Unterschenkel oder einer anderen geraden, leicht zugänglichen Stelle.
Reinigen Sie Ihre Haut, damit sie fettfrei ist und trocknen Sie sich gut ab! An Stellen, an denen man schnell schwitzt, sollte die Haut vor dem Enthaaren leicht gepudert werden. Dazu eignet sich Babypuder oder ganz einfach Talkum aus der Apotheke.
Besorgen Sie sich sehr eng anliegende Latex- oder Gummihandschuhe von fester Qualität und nehmen Sie eine ca. walnussgroße Menge der handwarmen Zuckerpaste (das Erwärmen funktioniert gut im Backrohr oder Wasserbad) mit Zeige- und Mittelfinger aus dem Glas. Da die Paste sehr zäh ist, muss Sie "abgedreht" werden. Auch gut klappt das Entnehmen mit einem Buttermesser, als wenn Sie Honig aus dem Glas nehmen wollten.
Tragen Sie die Paste mit Zeige- und Ringfinger oder dem Messer extrem langsam gegen die Wuchsrichtung der Haare auf die Haut auf, die Haare sollten dabei eine Länge von ca. 4 mm haben. (bei sehr langen Haaren empfiehlt sich eine vorherige Kürzung, da sonst das Auftragen schmerzhaft sein kann).
Die angegebene Menge einer Walnuss reicht ca. für einen Streifen von 2 cm Breite und 8 cm Länge. Setzen Sie oben ab und streichen erneut mit Zeige- und Ringfinger noch 2-3 Mal langsam von unten nach oben fest über die aufgetragene Paste. Dadurch verbindet sich der Zucker gut mit den Haaren.
Beim letzten Aufstreichen setzen Sie nicht mehr ab, halten am obersten Punkt inne, drücken nochmal gut an und ziehen die Paste mit einem Ruck aus dem Handgelenk nach unten in Wuchsrichtung der Haare ab. Beim kompletten Abziehen in einem Stück klappt Ihnen die Paste meist um die Finger herum auf die Fingerrückseite, was für das Weiterarbeiten sehr unpraktisch ist. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein Abziehen in kleineren Schritten, das heißt Sie ziehen erst nur die Hälfte des Streifens ab, drücken nochmal an und ziehen dann den Rest ab. Mit der nun auf den Fingerspitzen befindlichen Paste können Sie jetzt noch so lange weiterarbeiten, bis diese sehr milchig und weich wird. Sobald das Enthaaren nicht mehr gut funktioniert, brauchen Sie frische Paste.
Da die Haare in Wuchsrichtung entfernt werden, kommt es häufig vor, dass Sie über eine Stelle mehrmals arbeiten müssen. Da der Zucker aber nur auf den Haaren und nicht an der Haut haftet, ist ein mehrmaliges Abziehen kaum schmerzhaft.
Falls Sie mit dem Abziehen per Hand Schwierigkeiten haben, können Sie es auch mit Vliesstreifen versuchen.
Dazu tragen Sie die Paste wie oben beschrieben auf, legen einen vorbereiteten Vliesstreifen in passender Größe darüber, streichen ein paar Mal mit Druck über das Vlies damit es sich gut mit dem Zucker verbindet und ziehen dann ruckartig in Wuchsrichtung ab. Den Streifen können Sie nur ein Mal verwenden.
Wenn Sie sich die Streifen aus nicht dehnbarem Verbandmaterial oder festem Stoff zuschneiden, können Sie diese in der Waschmaschine waschen und wieder verwenden.
Mit dieser Methode lassen sich größere Partien mit einerm Ruck enthaaren, was z. B. bei Bikinizone oder Achseln oft schmerzfreier ist.
Sobald alle Haare entfernt sind, wir die Haut kurz abgewaschen und mit einer Hautpflegemilch eingecremt.
Mit zunehmender Übung kann natürlich auch schneller und dazu mit einer größeren Menge Paste gearbeitet werden, aber kleinere Mengen sind leichter zu handhaben.
Alle Körperstellen von Frauen und Männern können gezuckert werden, lediglich Barthaare lassen sich nicht entfernen. Durch das Zuckern wachsen die Haare feiner und weicher nach, sie können sogar auf Dauer ausbleiben, da sich der Haarfollikel mit der Zeit erschöpft.
Zum besseren Verständnis können Sie sich auch dieses Video ansehen:
http://de.youtube.com/watch?v=pF7kQGK-gBM
Allerdings ist zu beachten, dass größere Flächen, wie im Film gezeigt, nur bei warmer Umgebungstemperatur und warmer Haut komfortabel zu behandeln sind.